20.11.2022 – Ranomafana Nationalpark

Nach einer etwas unruhigen Nacht, da ich wegen der harten Matratze fast nicht geschlafen habe, sind wir am Morgen nach dem Frühstück zum Eingang des Nationalparks gefahren.

Der Ranomafana Nationalpark ist der drittgrösste Nationalpark in Madagaskar. Auf einer Fläche von 41’000 Hektar und auf einer Höhe zwischen 400 und 1417 Metern ü.M. beherbergt eine grosse Tier- und Pflanzenvielfalt.

Den Park darf man nicht allein besuchen, sondern es muss immer ein Guide dabei sein. Dies hat den Vorteil, dass man die Tiere auch sieht, da diese doch perfekt getarnt sind.
Für den Park ist somit eine Sicherheit da, dass jemand schaut, dass die Tiere nicht eingepackt werden. Zusätzlich bucht man noch einen Späher, der im Park die Lemuren sucht. Die Tiere haben nicht feste Schlafplätze, sondern bewegen sich durch den Wald und sind somit immer an einem anderen Ort anzutreffen.

Bis der Späher unserem Guide durchgab, dass er die Lemuren gefunden hat, sind wir gemütlich durch den gut ausgebauten Park gewandert.

Wir hätten weder den Blattschwanzgecko noch das kleine Chamäleon im Laub gesichtet, wenn uns Diamond nicht mit einem Stock die Tiere gezeigt hätte.

Die Blattschwanzgeckos, aus dem Englischen (leaf-tailed gecko) oder Plattschwanzgeckos Uroplatus (kommt aus dem Griechischen von uro = Schwanz und platus = Platt) sind nachtaktive Echsen, die den Tag in Blättern, auf Ästen oder Stämmen verbringen und sich vollkommen mit dem Untergrund verschmelzen können.
Das besondere Merkmal dieser Echsen ist der blattförmige, flache Schwanz.

Es gibt verschiedene Arten in dieser Familie, aber alle sind auf Madagaskar und den umliegenden Inseln heimisch.

Erdchamäleons leben, wie der Name schon andeutet, auf dem Boden im Fall-Laub. Ich glaube, wir hätten das Tier zertreten, denn es war direkt auf dem Weg – gut getarnt. Wir haben es nicht einmal gesehen, als uns Dimby und Diamond ein Quadrat aufzeigten, wo wir das ca. 7 cm grosse, braun-graue Chamäleon finden sollten.

Danach sind wir zu einer Gruppe Edwards-Sifaka, die noch in den Bäumen am Schlafen waren marschiert. Diese waren nicht am Weg, sondern wir mussten noch etwas quer durch den Wald, bis wir die Tiere bewundern konnten. Wir haben dann gewartet, bis die Tiere erwacht sind, dann kommen diese nämlich von den Bäumen runter auf den Boden, um Mineralien und Bodenpflanzen zu fressen. Da sich die Tiere doch sehr an Menschen gewöhnt sind, kann man sie aus der Nähe beobachten.

Edwards-Sifakas (Propithecus edwardsi) gehören zu der Familie der Indris in der Teilgattung der Lemuren. Sie gehören mit einer Grösse von ca. 50 cm Körperlänge zu den grösseren Arten der Sifakas. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von rund 180 Tagen ein Jungtier zur Welt, das die ersten drei Monate am Bauch verbringt und dann für die nächsten 3 Monate auf dem Rücken der Mutter bleibt.

Anschliessend sind wir weiter in ein Gebiet mit Bambus-Pflanzen gelaufen, damit wir auch noch den goldenen Bambuslemur sichten können. Eine Gruppe hat sich uns kurz präsentiert und ist dann weitergezogen. Ich bin den Tieren noch kurz mit dem Späher gefolgt und konnte ein paar grossartige Fotos knipsen.

Bei Mike und meiner Mutter hat sich ein grosser Bambuslemur Futter gesucht. Er hat den Bambus abgebrochen, um ihn etwas versteckt zu fressen. Der Guide hat dann nach Nachfrage, dem Lemur den Bambus weggenommen, etwas geschält und wieder hingelegt. Der Lemur hat dies alles genau beobachtet und ist nicht geflüchtet. Er hat sich den Bambus geholt uns ist auf einen Ast geklettert, wo er das Essen sichtlich vor unseren Augen genossen hat.
Es ist das einzige Weibchen des grossen Bambus-Lemur im Park. Nun wird versucht, ein Männchen aus einem anderen Park zu erhalten, um wieder eine Paar zu bilden.

Wir haben dann an diesem Platz noch unser (trockenes) Sandwich gegessen, das wir im Lunchpack mit erhalten haben.

Im Park hat es natürlich nicht nur Lemuren, sondern auch noch ganz viel andere Tierarten.
Bei den Wirbellosen sahen wir Spinnen, Käfer, Schnecken und verschiedene Raupenarten.

Das stachelige Marmorkrötchen (Scaphiophryne spinosa) erreicht eine Grösse von ca 5cm. Bis 2007 wurde es als Unterart des Scaphiophryne marmorate aufgeführt, wird aber inzwischen als eigenständige Art gelistet.

Nach dem Mittagessen haben wir den Rückweg angetreten, wenn man immer am Schauen und Fotografieren ist, merkt man gar nicht, wie weit man läuft – erst beim Rückweg wurde es einem dann bewusst.

Wir sind somit in 6 Stunden etwa 12–15 km im Park herumgezogen.

Schweiss getränkt sind wir in der Lodge eingetroffen und nach einem kalten YouZou (ein Getränk wie Sprite) war eine Dusche dringend notwendig!
Hier noch ein paar Fotos der Setan Lodge:

Abends um sechs sind wir wieder auf die Nachtpirsch. Heute haben wir als Highliht eine wunderschöne Baumschlange / Parastenophis betsileanus gefunden. Ich habe keine Angaben zu dieser Schlangenart gefunden. Ich finde die Augen sehr speziell – die Schlange sieht ein wenig aus, wie wenn sie unter Drogen steht….

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie viele Chamäleons man nachts sichtet. Schlafend hängen diese an Ästen und Blätter und sind eigentlich braun gefärbt. Sobald man diese mit der Taschenlampe beleuchtet, wechseln die Farben.

Weitere Bilder zum heutigen Tag:


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